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 Griechenland Krise

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Verity

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BeitragThema: Griechenland Krise   Fr 3 Jul 2015 - 10:55

Wie denkt ihr über Griechenland und ihre neue Regierung?

Laut Medien spinnt die neue Regierung mit ihren vorstellungen aber - ist das wirklich so?

Was wenn die neue Regierung Ideen hat die allen Bürger in ihrem Land helfen würde auf gerechte Art und Weiße besser zu Leben??

Oder ist es doch so das die neue Regierung einfach Spinnt und es nur darum geht Geld zu leihen ohne was ändern zu müßen?

Ich setzte gleich mal noch vorraus - ich hab da echt null Ahnung - und weiß - das ich nix wirklich weiß -


Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.
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Zoey
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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Fr 3 Jul 2015 - 18:46

Mir gehts da ähnlich wie dir, ich bin mit den Ideen der griechischen Regierung leider gar nicht vertraut. Ich sehe nur: So oder so wird es der griechischen Bevölkerung auf längere Zeit ziemlich schlecht gehen. Für die macht es da nicht so viel Unterschied, ob Grexit oder nicht, so richtig hat denen bis jetzt nichts geholfen und in absehbarer Zeit wird es ihnen sicher auch nicht besser gehen.


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"The meaning of life is contained in every single expression of life. It is present in the infinity of forms and phenomena that exist in all of creation." Michael Jackson
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Marcel

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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Fr 3 Jul 2015 - 19:04

Diese Regierung versucht zumindest, dass umzusetzen, wofür sie gewählt wurde.
Dass die Regierung nun erst ein Referendum abhält, um das Volk entscheiden zu lassen, ob es noch weiter ausgepresst werden oder lieber auf diese Art von Rettung verzichten möchte, halte ich für sehr demokratisch.


Der Umgang mit Griechenland zeigt: Die Bürgerlich-Rechtskonservativen haben Europa voll im Griff. Alternativen gibt’s nicht mehr …



(Albrecht Müller)
… und soll es nie mehr geben. Der Umgang mit Griechenland ist so auch ein Beleg dafür, dass die Substanz der Demokratie, der politische Wechsel, hinfällig ist. – Unter den NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern sind viele, die den Umgang der europäischen Regierungen und der sogenannten Institutionen mit Griechenland nicht mehr verstehen. Sehenden Auges Millionen Menschen ins weitere Unglück zu treiben, das empfinden viele Menschen immer noch unfair und unmenschlich. Aber es gibt in den Augen der tonangebenden politischen Kräfte in Europa gute Gründe für diese Haltung: die Machterhaltung für das konservative Lager in seiner neoliberalen Ausprägung. Um dies zu schaffen, haben sie die Sozialdemokraten und sogenannten Sozialisten Europas „umgedreht“ und die Medien in ihrer überwiegenden Mehrheit auf Linie gebracht. Das Volk bringen sie hinter sich, indem sie auf festsitzende und seit einem Jahrhundert gepflegte Vorurteile gegen alles Linke zugreifen. – Das klingt resignativ. Ich nenne es realistisch und will das erläutern.

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Chaoten am Werk



(André Tautenhahn)
Die Regierung in Griechenland muss weg. Diese zutiefst undemokratische Haltung verbreiten nicht nur Journalisten in ihren als Berichte verkleideten Hetz-Kommentaren, es ist auch das Ziel der Bundesregierung und der übrigen Gläubiger. Die weisen das zwar weit und zum Teil auch empört von sich, doch ist die Sachlage längst klar. Die Bundesregierung hat jeglichen Verhandlungen bis zum Sonntag eine Absage erteilt (Die Ruhe haben wir ja) und der Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz (SPD) stellte heute im [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] noch einmal klar:

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Gegen Legendenbildung: Aufklärung über die Verhandlungspositionen gegen Legendenbildung



(Rudolf Hickel)
Blick in die Dokumente zur Kontroverse zwischen der griechischen Regierung und den drei Geberinstitutionen (EU, IWF. EZB)
Martin Schulz und vor allem Vertreter der deutschen Regierung haben in vielen Interviews behauptet, weder Rentenkürzungen noch die Erhöhung der Mehrwertsteuer sollten in Griechenland durchgesetzt werden. Diese Behauptungen halten einer Überprüfung der Dokumente (siehe unten) nicht Stand. Allerdings wird, wie oft von Kritikern behauptet,  der ermäßigte Steuersatz  von 6%  auf pharmazeutische Produkte nach dem Vorschlag der Geberländer nicht erhöht. Der Vergleich der drei entscheidenden Positionspapiere (siehe unten) schafft Aufklärung

  • Am Anfang steht ein überarbeiteter, aktuellster Vorschlag der drei Institutionen an die griechische Regierung.
  • Dann haben die drei Geberinstitutionen den darauf vorgelegten Vorschlag der griechischen Regierung massiv verändert (auch durch Streichungen).
  • Zum Vergleich steht am Ende der Vorschlag der griechischen Regierung.


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Fleur
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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Sa 4 Jul 2015 - 10:59

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Irre Griechen? Wie viel Demokratie verträgt Europa?


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komet13

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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   So 5 Jul 2015 - 21:20

Tova 

'Diese Regierung versucht zumindest, dass umzusetzen, wofür sie gewählt wurde.'

danke marcel---seh ich genauso..
(nebenbei, ich freu mich, dass du bei politischen themen -genau wie ich..- stets auftauchst.. einverstanden )

ich habe griechische freunde und weiss, dass die nichts mehr zu verlieren haben..
dank der europäischen politik des sparens..
rentner müssen für die gesamte familie, die keinerlei einkommen mehr hat, aufkommen..

und jetzt komme ich zu dem, was mich wirklich umtreibt:
europa will so sozial sein...und drückt ein mitglied in die knie..
da frage ich mich, warum..
meine antwort:
diese soziale regierung in griechenland trifft einen nerv...sie meint es ernst..
und das ist in der politischen landschaft heutzutage sehr beängstigend..
dass ich von gabriel nichts mehr halte, seit er die spd zur mitregierung gezwungen hat (ich kenne auch spd mitglieder + weiss, wie schwer sie sich damals mit diesem votum getan haben...)

alle befürchten, dass auch italien, spanien etc..sich wieder mehr den menschen und weniger den wirtschaftsinteressen zuwenden könnten..

die FRANKFURTER RUNDSCHAU , hat viel berichtet vom widerstand gegen die menschenverachtende (das ist mein wortlaut) schäuble linie..
und von dem gegenprotest einer frau ypsilanti, die eigens einen eigenen verein gegründet hat:
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(geschrieben von hanning vogst, einem super engagierten reporter bei der zeitung)



mich persönlich hat irritiert, dass herr schulz gegen griechenland geschossen hat..
er ist natürlich ein vertreter dieser für alle belange unguten grossen koalition...
dennoch, auch ihn bezahlen wir..oder seh ich das falsch..

ne, keine frage, zur lucke afd werde ich never wechseln..eher findet ihr mich bei der nächsten anitfa demo gegen rechts


sorry, ich hab euch jetzt hoffentlich nicht erschlagen..
das ganze musste mal raus aus mir..
und ich danke euch von herzen, weil ich weiss, dass mein geschriebenes bei euch in guten händen und herzen ist..

drückel

Fleur

o weia, hier zieht wohl ein gewitter auf..
der himmel verfärbt sich grad..
fahre mal lieber runter



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cindi
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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Mo 6 Jul 2015 - 11:44

Varoufakis Rücktritt


Griechenlands Finanzminister schmeißt hin – trotz des Siegs der „Nein“-Seite. Yanis Varoufakis wird noch am Montag zurücktreten und will damit den Weg freimachen für neue Verhandlungen mit den Gläubigern.

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Vafourfakis Erklärung zum Rücktritt: 

„Kein Minister mehr! Die Volksabstimmung vom 5. Juli wird als einzigartiger Moment in die Geschichte eingehen, als eine kleine europäische Nation sich gegen die Schulden-Knechtschaft erhoben hat.
Wie alle Kämpfe für demokratische Rechte hängt auch an dieser historischen Ablehnung des Ultimatums der Eurogruppe vom 25. Juni ein großes Preisschild. Es ist daher wichtig, dass unsere Regierung das großartige Vertrauen, welches das Nein bedeutet, unverzüglich in ein Ja zu einer angemessenen Lösung ummünzt – zu einer Vereinbarung, die eine Restrukturierung der griechischen Schulden beinhaltet, weniger Einsparungen, Umverteilungen zugunsten der Bedürftigen und echte Reformen.
Bald nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des Referendums bin ich auf eine gewisse Präferenz einiger Eurogruppen-Teilnehmer und verschiedener Partner für meine Abwesenheit von den Meetings hingewiesen worden. Eine Idee, die der Ministerpräsident als möglicherweise hilfreich auf dem Weg zu einer Einigung bewertete. Aus diesem Grund verlasse ich das Finanzministerium heute.
Ich halte es für meine Pflicht, Alexis Tsipras zu helfen, das Vertrauen, dass das griechische Volk uns durch das gestrige Referendum gewährt hat, auszuschöpfen. Ich werde die Abscheu der Kreditgeber mit Würde tragen.
Wir von der Linken verstehen etwas davon, kollektiv zu handeln, ohne sich um Amtsprivilegien zu kümmern. Ich werde Ministerpräsident Tsipras, den neuen Finanzminister und unsere Regierung voll unterstützen.
Die übermenschliche Anstrengung, um den mutigen Menschen in[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] zu helfen, und das berühmte Ochi (Nein), das sie Demokraten in aller Welt beschert haben, steht erst am Anfang.“


...finde ich irgendwie schade...aus mehreren Gründen, außerdem welcher europäische Minister fährt schon mit dem Motorrad zu den Sitzungen


Glaube denen, die die Wahrheit suchen, zweifle an jenen, die die Wahrheit gefunden - zu haben scheinen. (abgeändertes Zitat von Gide)
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Marcel

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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Mo 6 Jul 2015 - 19:00

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] schrieb:
...finde ich irgendwie schade...aus mehreren Gründen, außerdem welcher europäische Minister fährt schon mit dem Motorrad zu den Sitzungen

Ich finde es auch schade, dass er zurückgetreten ist.

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] schrieb:
danke marcel---seh ich genauso..
Ich seh´ schon: wir verstehen uns. :-)
Europa will sozial sein? Solange es sich auf die Sonntagsreden beschränkt, ja. ;) Ansonsten sehe ich nichts Soziales an Europa.
Was haben denn die sogenannten Hilfsprogramme bewirkt? Die Banken und Gläubiger konnten das Geld einsacken und das griechische Volk wurde immer mehr ausgepresst. Die griechische Wirtschaft wurde noch mehr in die Knie gezwungen. Durch die neoliberalen Auflagen wurde für die Menschen die Lage nur noch schlimmer.
Dass die jetzige griechische Regierung dem nun endlich etwas Einhalt gebieten möchte, ist begrüßenswert. Hoffentlich nehmen sich andere Länder daran ein Beispiel.

Komet, von der gesamten SPD halte ich nichts mehr (Frau Ypsilanti und einige andere sind da vielleicht eine Ausnahme.). Seit 1998 hat die Partei immer wieder ihr wahres Gesicht gezeigt. Zusammen mit den Grünen steht sie für Krieg und soziale Kälte.



Die Botschaft der Griechen

Verantwortlich: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]
Alle diejenigen, die dem europäischen Austeritätskurs kritisch gegenüber stehen und die sich noch ein Stück Empathie gegenüber der griechischen Bevölkerung bewahrt haben, aber auch die, die für ein gemeinsames, wohlgemerkt demokratisches Europa sind, dürften sich über das deutliche Votum von über 61 gegenüber knapp 39 Prozent für ein „Oxi“ bei einer [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] gefreut haben. Die Botschaft des Referendums lautet doch: Die große Mehrheit der Griechen will eine alternative europäische Politik.
Die Sorge ist allerdings, dass künftig von den europäischen Vertretern der Gläubigerinteressen nicht mehr nur an der linken Regierung in Griechenland, sondern an der gesamten Bevölkerung ein Exempel statuiert werden könnte. Erste Stimmen in Deutschland lassen das Schlimmste befürchten. Von Wolfgang Lieb.

Ich will ausnahmsweise einmal ganz persönlich und aus dem Bauch heraus reagieren: Ich freue mich über das „Oxi“ der Griechen gegenüber dem Austeritätsdiktat der „Institutionen“. Ein „Nai“, wäre ein Triumph für Schäuble, Merkel, Juncker, Schulz, Dijsselbloem, Draghi oder Lagarde gewesen. Ja es sind die mächtigen Bannerträger der Spar- und Abstrafideologie denen die Griechen eine lange Nase gezeigt haben.
Was wurde nicht im Vorfeld spekuliert und Stimmung gemacht – sowohl [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] als auch in der Politik. So sagte etwa der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz gegenüber dem Handelsblatt: „”Tsipras ist unberechenbar und manipuliert die Menschen in Griechenland, das hat fast demagogische Züge“. (Nebenbemerkung: die verbalen Nachtritte von Varoufakis galten selbstverständlich als unverzeihlich.)
Ständig wurde von einem Kopf an Kopf-Rennen zwischen Ja- und Nein-Stimmen geredet. Zum Glück haben die Griechen ein eindeutiges Votum abgegeben, so dass man gegenüber dem Abstimmungsergebnis auch nicht einwenden kann, das seien nur die Stimmen der notorischen Europagegner aus der rechtspopulistischen Ecke oder von linken Spinnern gewesen.
Das hat wohl auch der Chef der griechischen Oppositionspartei Nea Demokratia und Wortführer der Ja-Sager, Andonis Samaras, so erkannt und ist deswegen noch am Abend zurückgetreten.
Ich freue mich vor allem deshalb, weil mit dem Nein der Griechen ein demokratisches Signal gegen den fiskal- und wirtschaftspolitischen Kurs innerhalb der Europäischen Union gesetzt wurde. Hätten die Griechen mit Ja gestimmt, dann wäre die Regierung Tsipras praktisch abgewählt worden, vermutlich wäre eine weitere Technikerregierung eingesetzt worden oder die alten Klientelpolitiker wären wieder an die Macht gekommen und der ärmere Teil der Griechen wäre noch mehr ausgequetscht worden.
Eine Niederlage der derzeitigen griechischen Regierung hätte wohl auch zur Folge gehabt, dass die nächste Dekade wohl keine andere europäische Bevölkerung mehr den Mut aufgebracht hätte, eine „linke“ Regierung (vielleicht sollte man genauer sagen eine politische Alternative zur herrschenden Ideologie) zu wählen Die spanische Oppositionsbewegung jedenfalls jubelt über den Syriza-Erfolg.
Dem Votum der Griechen halten nun die Grexit-Unterstützer bei uns entgegen, auch die Vertreter der Institutionen seien demokratisch gewählt. Das stimmt für Draghi und Lagarde überhaupt nicht, für Dijsselbloem nur bedingt. Und die übrigen 18 europäischen Regierungschefs sollten sich hinsichtlich ihrer europapolitischen Legitimierung gleichfalls nicht so weit aus dem Fenster hängen, sie sollten sich an das Scheitern der EU-Verfassung durch die ablehnenden Referenden in Frankreich und in den Niederlanden im Jahre 2007 erinnern. Würde man nämlich in den europäischen Ländern über die Fortsetzung der herrschenden Austeritätspolitik abstimmen lassen, so könnten sich eine Reihe von südeuropäischen, aber auch von osteuropäischen Regierungen über den Ausgang solcher Volksabstimmungen nicht so sicher sein.

Muss man das Schlimmste befürchten?
Gleichzeitig überkommt mich aber Sorge, ja sogar Angst, wenn man die strategische Kompromisslosigkeit der Politiker, die die Interessen der Gläubiger vertreten, nicht erst seit dem griechischen Regierungswechsel im Januar dieses Jahres beobachtet hat, dann ist zu befürchten, dass sie Rache üben werden, nicht nur an Tsipras und Varoufakis und deren Regierung, sondern auch am gesamten griechischen Volk. Es steht zu befürchten, dass an den Griechen ein Exempel statuiert wird.
Die Umdeutung des Wahlergebnisses durch die Hofberichterstatter der „Institutionen“ hat ja schon begonnen.
Es wurde ja schon vor dem Referendum nahezu durchgängig behauptet, die Griechen wüssten gar nicht worüber sie abstimmten bzw. der Abstimmungsgegenstand [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]. Dabei dürfte kaum ein anderes Volk, jemals eine politische Debatte, wie die der letzten Monate so intensiv verfolgt haben, wie die Griechen. „Das Parlamentsfernsehen ist im Augenblick das spannendste Programm, es ist Komödie, Krimi, Drama und Tragödie zugleich“, sagte mir ein einfacher Wirt in einer Taverne in Athen als ich ihn vor vier Wochen fragte, warum er denn nun gerade eine Parlamentsdebatte den ganzen Abend am Fernseher verfolge.
Nein, die Griechen stimmten mit dem Nein, eben nicht für einen Grexit, wie jetzt die Banker uns unisono [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] oder wie es etwa der Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]. (Warum wird gerade er im ARD-Brennpunkt interviewt?) Dafür war der Anteil der Nein-Stimmen viel zu hoch und schließlich sind ja alle, die mit Ja gestimmt haben auch gegen den Austritt.
Nein, die Griechen haben für eine andere europäische Politik gestimmt. Und sie wissen auch warum, denn sie haben den bisherigen Kurs sprichwörtlich am eigenen Leib erleiden müssen.
Ob Tsipras mit diesem unerwartet deutlichen Wählervotum in Brüssel mehr Erfolg haben wird als bisher oder ob man darauf pfeifen wird, was der griechische „Demos“ meint, lässt sich noch nicht sicher beantworten.
Die Hoffnung, dass die Griechen wenigstens einen Denkanstoß gegeben haben könnten, ist nach dem gestrigen Abend jedenfalls für Deutschland sehr gering:
Der Chefredakteur des ZDF, Peter Frey, ließ es sich nicht nehmen noch einmal alle gängigen Phrasen der Bundesregierung zusammenzufassen und Thomas Baumann stand ihm in der ARD nicht nach, gegen die Griechen zu wettern. Rolf-Dieter Krause spielte wieder einmal, wie üblich den publizistischen Minenspürhund der EU-Kommission.
Dabei kam selbst der stets um Harmonie mit der Herrschaft bemühte Günther Jauch in seiner gestrigen Sendung nicht umhin, schwarz auf weiß zu belegen, dass das angebliche Entgegenkommen der Gläubigerstaaten etwa mit einem Schuldenschnitt oder einem 35-Milliarden-Investitionsprogramm schlicht Falschaussagen von Merkel, Gabriel, Juncker und Schulz waren.
Das Kampagne-Blatt für den Grexit, die Bild Zeitung macht auf mit der Schlagzeile: „[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]“. Der CSU-General [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]: „Die linken Erpresser und Volksbelüger wie Tsipras können mit ihrer schmutzigen Tour nicht durchkommen.“
Für die SPD ist eine linke Partei mit einer kritischen Position zur Austeritätspolitik natürlich eine besondere Bedrohung. Deshalb nimmt es nicht wunder, dass wieder einmal Sozialdemokraten das Wasser nicht halten konnten und nach dem Referendum in nur noch populistisch zu nennender Weise nach vorne preschten: „Tsipras hat letzte Brücken eingerissen, über die Europa und Griechenland sich auf einen Kompromiss zubewegen konnten“, äußerte sich der [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] und der EU-Parlamentspräsident Schulz (SPD) sieht nach dem Referendum Tsipras eher in einer schwachen Position, er habe [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]. Und auch Steinmeier musste noch seinen Senf dazu geben. Die clevere Merkel ließ nur verlauten, dass sie heute in Paris mit Hollande spreche.
Niemand weiß genau, wie es weitergehen wird. Jeder, der gefragt wird, sagt etwas anderes. Eine Staatspleite in einem einheitlichen Währungsraum hat es schließlich als Feldversuch noch nie gegeben. Sind die Griechen ab kommender Woche pleite oder reicht das bisher abgehobene Geld, um den Wirtschaftskreislauf noch eine Zeit am Laufen zu halten? Kann der griechische Staat Renten und Löhne der Bediensteten auszahlen? Wie reagieren die Menschen, die kein und nur begrenzt Geld mehr vom Bankautomaten abheben können? Wie geht es mit dem Gesundheitssystem weiter? Fragen über Fragen, die ungeklärt sind.
Kann es Griechenland durchhalten, seine Schulden einfach nicht zurückzubezahlen? Oder stünden dann unsere europäischen Spitzenpolitiker, die doch die Gläubigerinteressen mit aller Härte vertreten haben, vielleicht blamiert da, nicht etwa weil ihre Länder zur Kasse gebeten würden, sondern weil sie uns eine Schimäre vorgegaukelt haben, dass die griechische Schulden direkt vom Steuerzahler finanziert werden müssten. Aber selbst wenn das so wäre, könnte vielleicht sogar der deutsche Michel einmal die Frage stellen, wer denn sein Geld bekommen hat.

Quelle: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]
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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Mo 6 Jul 2015 - 22:46

Diese Rede stammt vom März 2015 und ist fabelhaft:




Die darin angesprochene Doku ist diese hier:


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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Di 7 Jul 2015 - 9:10

Glückwünsche für Griechenland aus Lateinamerika


Buenos Aires. Die Präsidentin von Argentinien und die Präsidenten von Bolivien, Kuba, Nicaragua und Venezuela haben den Sieg des "Nein" beim Referendum in Griechenland begrüßt und ihre Glückwünsche an die griechische Bevölkerung und Ministerpräsident Alexis Tsipras übermittelt.


Weiterlesen auf amerika21: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]


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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Di 7 Jul 2015 - 9:47

Hehe, also, ich bin für eine endgültige Annexion Griechenlands als 17. Bundesland …

:DD ;))

(ursprüngliche Quelle: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Di 7 Jul 2015 - 10:04



Diese Doku könnte auch in diesen Thread hineinpassen.
Könnte man den nicht Harald Schumann in Talkshows einladen?
Ich finde soviele Themen in den 2 Dokus von ihm unglaublich....!!
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Marcel

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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Do 9 Jul 2015 - 18:53

Cherry, danke dafür. :)


Dieter Nuhr, der ja auch mal gern als Kabarettist bezeichnet wird (keine Ahnung, wer auf sowas kommt), hat mal wieder bewiesen, warum er diese Bezeichnung nicht verdient. ;)
Er hat sich so dümmlich über Griechenland und Andersdenkende geäußert, dass Jan Böhmerman auf Nuhrs Facebookseite antwortete. Sowas geht bei einem Nuhr aber nun gar nicht, sondern wird einfach mal so gelöscht und ein Böhmermann gesperrt.  Ärger


... „Satire-Missbrauch“ durch Dieter Nuhr & Co.
Vermutlich wird Dieter Nuhr Kabarett-Geschichte schreiben. Kein anderer Vertreter dieser Zunft hat es bisher geschafft, dass sich so viele Kollegen und Experten öffentlich von ihm distanzieren.Volker Pispers tat das bei der Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises 2015 an Christoph Sieber und titulierte Nuhr als „humoristischen Arm der PEGIDA-Bewegung“....
(In der Ausstrahlung bei 3sat wurde das damals herausgeschnitten und nicht gezeigt.)

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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Do 9 Jul 2015 - 21:57

EU-Auflagen zerstückeln das griechische Gesundheitssystem: Nicht-Versicherte kaum noch versorgt
Gerda Kneifel
08. Juli 2015


...„Zwischen 2010 und 2013 wurden allein 170 Auflagen zum Gesundheitswesen in die Memoranden aufgenommen“, berichtete Prof. Dr. Alexis Benos, Laboratory of Hygiene and Social Medicine, University of Thessaloniki, in einem Artikel. „Es geht um Austeritätsmaßnahmen wie eine Deckelung der öffentlichen Ausgaben, die Einführung von Nutzungsgebühren, den Einstellungsstopp für Personal im öffentlichen Gesundheitssektor, empfindliche Kürzung von Löhnen und Gehältern des Pflegepersonals sowie Kürzungen der Mittel aus den Sozialversicherungskassen.“…
Heute gleichen die Zustände in Griechenland eher denen in armen afrikanischen Ländern als einem EU-Staat. Die Säuglingssterblichkeit stieg binnen 3 Jahren um 51%, heute liegt sie bei 40% (wie Medscape Deutschland berichtete). Die Rate von Neuinfektionen mit HIV unter Drogenkonsumenten, die Spritzen benutzen, ist stark angestiegen, seit aus Kostengründen die Spritzenaustausch-Programme gestrichen wurden. Und „Selbsttötungen und Tötungsdelikte nehmen insbesondere unter jungen Männern zu“, warnte Benos, der bis vor kurzem Mitglied im Zentralkomitee von Syriza war, schon im vergangenen Jahr. „Es gibt einen drastischen Anstieg von psychischen Erkrankungen, Drogenmissbrauch und Infektionskrankheiten.“ Dazu zählt Malaria, die vermehrt auftrete, seit Insektenschutzprogramme aus Kostengründen eingestellt wurden, berichteten Ärzte in Athen.
„Schauen Sie sich die Zahlen an, ca. 30.000 Obdachlose gibt es allein in Athen, fast jeder dritte Grieche ist arbeitslos“, moniert auch Rakowitz. Da Arbeitslose nach einem Jahr nicht nur aus der Arbeitslosen-, sondern auch aus der Krankenversicherung herausfallen, haben all diese Menschen faktisch keinen Zugang mehr zur öffentlichen Gesundheitsversorgung...



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luna777

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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Sa 11 Jul 2015 - 22:40

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komet13

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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   So 12 Jul 2015 - 0:48

Tova 

jou  marcel,
ich liebe pispers...wie du..

(neben michael, oder warum sind wir eigentlich hier.. happy)

luna will ich auch nicht übergehen..ich muss mir das eingestellte video morgen..hm..heute abend noch mal ansehen..

jetzt aktuell noch ein link von einer der wenigen zeitungen, die ich regelmässig lese zur griechenland- euro-problematik..:
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

die ereignisse sind mittlerweile schon weiter fortgeschritten..
dennoch..

Fleur


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komet13

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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Do 23 Jul 2015 - 0:11

Tova 

hi zusammen..
ich zitiere mal marcel:
"Dieter Nuhr, der ja auch mal gern als Kabarettist bezeichnet wird (keine Ahnung, wer auf sowas kommt), hat mal wieder bewiesen, warum er diese Bezeichnung nicht verdient. ;)
Er hat sich so dümmlich über Griechenland und Andersdenkende geäußert, dass Jan Böhmerman auf Nuhrs Facebookseite antwortete. Sowas geht bei einem Nuhr aber nun gar nicht, sondern wird einfach mal so gelöscht und ein Böhmermann gesperrt.  [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]"

das habe ich jetzt aktuell nicht mitbekommen...
glaube es aber unbestritten...
seit ich eine sendung vor jahren mit nuhr gesehen habe, wo er eine völlig abschätzende bemerkung über michael gemacht hat..ist für mich klar..
wer dies einmal macht, unter die gürtellinie hauen, wird dies weiter machen..
solche menschen mag ich einfach nicht..

@luna:
hab das video jetzt gesehen..


liebe grüsse
Fleur


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BeitragThema: Re: Griechenland Krise   Di 22 Sep 2015 - 19:23

komet, den Mann muss man einfach lieben. :)

--
Zu Griechenland:


Die Linke und Europa

Welche Lehren ziehen wir aus der Erpressung der Syriza-Regierung?

Von Oskar Lafontaine

Viele Menschen in Europa haben mit der Wahl von Alexis Tsipras zum griechischen Ministerpräsidenten große Hoffnungen verbunden. Als der Syriza-Vorsitzende nach wochenlangen zermürbenden Verhandlungen das Kürzungsdiktat unterschrieb, war die Enttäuschung groß.

Es wäre ungerecht und anmaßend, Alexis Tsipras und Syriza jetzt mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger zu kommen. Viel besser ist es, nach diesen Erfahrungen in der europäischen Linken darüber nachzudenken, unter welchen Bedingungen in Europa demokratische und soziale, also linke Politik möglich ist.

Eines haben wir gelernt: Solange die angeblich unabhängige und unpolitische Europäische Zentralbank einer linken Regierung den Geldhahn zudrehen kann, ist eine Politik, die sich an demokratischen und sozialen Prinzipien orientiert, unmöglich. Der ehemalige Investmentbanker Mario Draghi ist weder unabhängig noch unpolitisch. Er war bei Goldman Sachs, als diese Wallstreet-Bank der griechischen Regierung half, ihre Bilanzen zu fälschen. So wurde der Euro-Beitritt Griechenlands möglich.


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