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 DER OSKAR - Thread ... :)

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Marcel

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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Mo 21 Sep 2015 - 12:06

Arni schrieb:
Es ist ja wohl mitnichten so, dass Oskar Lafontaine in den 80ern blöd war … Und sich erst später hätte erklären lassen müssen, was "Lohnnebenkosten" sind, die es wohl in der Tat, so wie er es hier sagt, überhaupt nicht gibt (sondern in der Tat nur Löhne) …
Naja, wer weiß. Die Sprache formt das Denken. Diese neoliberale Nebelfront muss man erstmal durchbrechen.

Hast du ihn mal live erlebt? Ein Genuss. Lächeln

Ein interessantes Gespräch: (unter anderem auch zur Situation 1999)


Oskar Lafontaine
"Ich wollte immer die soziale Lage der Menschen verbessern"
Oskar Lafontaine war viele Jahre in der SPD, war Bundesfinanzminister und Parteivorsitzender. Dann trat er aus und gründete mit die Partei Die Linke. Nicht erst seitdem kritisiert er die Regierungspolitik. Die Einführung des Euros sei ein Fehler gewesen, sagte Lafontaine im DLF. Er sollte die europäische Einigung befördern, "er hat das Gegenteil getan."
Oskar Lafontaine im Gespräch mit Rainer Burchhardt
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Der Linken-Politiker Oskar Lafontaine am 17. Juni 2015 während einer Rede im saarländischen Landtag. (Imago/Becker&Bredel)

Das komplette Gespräch: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]
(Auch als Audio auf der DLF-Seite verfügbar.)



....Die Linke war ja ein Versuch, die Sozialdemokratie zur Korrektur zu zwingen, und das ist eben nicht gelungen. Also das sehe ich als ein, wenn man so will, ein Feld an, wo eben der Erfolg ausgeblieben ist, den Zerfall des Sozialstaates zu stoppen. Das war ja im Grunde genommen die überwältigende Idee bei allem. Und an der Front kämpfe ich heute noch, wenn Sie so wollen...

...Die Agenda ist die Grundlage des deutschen Lohndumpings. Jeder, der sich ein bisschen für Zahlen und Kurven interessiert, sieht, dass die Deutschen einen großen, einen riesigen Fehler in der Währungsunion gemacht haben: Sie habe ihre Löhne unterhalb der Produktivität erhöht, während viele Europäer ... Die Franzosen waren mustergültig, sie haben im Rahmen der Produktivität sich bewegt, aber die Griechen haben dann noch stärker erhöht, und dann fällt die Währungsunion auseinander. Aber das sieht man dann nicht. Wenn ich heute also wahrscheinlich etwa Schröder oder Steinmeier sagen würde, seid ihr eigentlich euch klar darüber, dass ihr mit eurer Agenda auch die europäische Einigung gefährdet habt – ich glaube, das würde nicht verstanden....

...Sie haben den Namen Angela Merkel genannt: Manchmal frage ich mich, ob sie wirklich die Außenpolitik versteht. Ich will das begründen. Sie sagt immer wieder: Das Denken in Einflusssphären dulden wir nicht mehr. Sie hat das schon mehrfach gesagt. Und dann stelle ich mir die Frage, ob sie überhaupt die Wirklichkeit zur Kenntnis nimmt, denn etwa die Führungsmacht des Westens hat 1.000 Militärstationen in aller Welt, um ihren Einfluss in der Welt verbindlich auch militärisch abzusichern, und in einer solchen Welt sagt unsere Bundeskanzlerin, das Denken in Einflusssphären ist zu Ende, und sieht allein, was richtig ist, dass die Russen natürlich auch versuchen, ihre Einflusssphäre auszuweiten. Ich bin manchmal fassungslos über so viel außenpolitischen Unverstand...

...Ich saß also dem damaligen Staatssekretär Larry Summers, der war später Finanzminister, gegenüber und trug meine Überlegungen zur Regulierung der Finanzmärkte vor, und er sagte dann – du glaubst doch nicht, dass wir das machen? Ich guckte etwas überrascht. Ja, warum, sagte ich, und er sagte – und so sind Amerikaner ja manchmal: Die Wall Street hat den Wahlkampf des Präsidenten finanziert, Punkt. So, in diesem Satz ist ja praktisch die Wirklichkeit der heutigen Welt widergespiegelt. Also deshalb sagt zum Beispiel der Schweizer Jean Ziegler: Da saßen nicht die Lenker der Welt zusammen, sondern da saßen Befehlsempfänger der Banken und Konzerne zusammen auf diesem Gipfel....

...Das andere war, die Tragweite habe ich damals auch in vollem Umfang nicht gesehen, dass gerade zu dem Zeitpunkt auch das Gesetz geändert worden ist, das früher in den USA vorsah, dass das Investmentbanking – ist auch ein großes Lügenwort, die ganze Politik ist ja durchdrungen von Lügenwörtern –, also das Spielcasino, dass das Spielcasino getrennt war von dem ordentlichen Bankgeschäft. Das hat die Regierung Clinton aufgehoben – mit fatalen Folgen für die ganze Weltwirtschaft...

...Ich habe von ... Gore Vidal, das ist also ein Mitglied der Gore-Familie, ein Schriftsteller, der verstorben ist, der hat gesagt: In Amerika haben wir eine Einheitspartei mit zwei Flügeln. Ich habe mal gesagt: Wir haben in Deutschland eine Einheitspartei mit vier Flügeln, FDP, CDU, Grüne und SPD sind alle für Hartz IV, alle für Agenda 2010, alle für den europäischen Knebelvertrag, alle für Interventionskriege. Und die Linke darf nicht zu einem Mitglied dieser Einheitspartei werden, sonst ist sie überflüssig...


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Arnaud

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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Mo 21 Sep 2015 - 23:18

Jepp, Marsl, ich hab' Oskar mal live erlebt. War in der Tat fantastisch. :)

Ich hab' ihm sogar die Hand geschüttelt und bekam ein Autogramm. :)

Ich weiß noch, dass ich zunächst sehr zögerte, ihm nahe zu kommen, weil ich ja um das schreckliche Attentat wusste … Oskar musste schmunzeln, weil ich mir erst das Autogramm geben ließ und erst etwas später die Hand gab, hihi … :D ;)

Erstaunt war ich, dass ich ihn live etwas anders wahrnahm, als man ihn sonst so aus den Medien kennt. Ähnlich war es, MJ live zu sehen …

Als ich Michael das erste Mal im Konzert live sah, war es fast schon schauderhaft, und zwar im Sinne dessen, sich wirklich bewusst zu werden, dass dieser Mann tatsächlich REAL war … Gleichzeitig tat er mir sehr leid … Mir wurde bewusst, welche ungeheuere Last er auf seinen Schultern trug und was er alles mit- und durchzumachen hatte … Ich sah einen armen Mann auf der Bühne, der sich abzukämpfen und abzuquälen hatte … Zum ersten Mal wurde mir auf fast schon erschreckende Weise bewusst, was es bedeutete … MICHAEL JACKSON zu sein … sein zu müssen? …


Auch Oskar Lafontaine tat mir gewissermaßen leid … Ihn live zu erleben, machte mir wiederum bewusst, dass so auch dieser Mann nur ein Mensch ist … Er tat mir leid, u.a. weil man seine Enttäuschung spüren konnte, dass so wenige gekommen waren …

In Oskar Lafontaine erkannte ich gewissermaßen einen traumatisierten Mann. Und das wird er sicherlich gewissermaßen sein. Auch er wurde und wird ja permanent getreten, was sicherlich mit zum Job in der Politik gehört, wohl gewissermaßen auch im Showbiz. (Siehe Michael …)
Vielleicht zum Leben generell? …

Aber insbesondere was die eigene Ex-Partei ihm angetan hat, wird ihn sehr verletzt haben.
Er wird sicherlich erhebliche politische Identitätsprobleme haben, heute womöglich mehr denn je. Oskar Lafontaine ist ja so auch heute wieder mal politisch (fast) heimatlos. In der Linken erging es ihm ja letztendlich auch nicht viel besser. Wo steht er schon heute? Er ist kaum mehr als ein einfaches Parteimitglied. Der Vorsitz der Linkenfraktion im Saarland ist ja fast nichts wert …

Ich verstehe zudem nicht so ganz, wie Sahra Wagenknecht es sich vorstellt, demnächst den Bundestagsfraktionsvorsitz mit, äh, Dietmar Bartsch(!?) zu teilen … Dietmar Bartsch ist ein Lafontaine-Hasser, der Oskar schon einige Male ausgebremst hat und ihm Knüppel zwischen die Beine geworfen hat …
Ich bezweifle, dass diese Konstellation (Wagenknecht/Bartsch) wirklich funktionieren wird/kann, insbesondere langfristig …
Bartsch ist zudem doch nichts anderes als eine Art "Beiordnung", damit Sahra Wagenknecht nicht zu viel Gewicht bekommt …
Bspw. Wagenknecht/Kipping wäre doch viel cooler, mMn. :)


Letztens hat Oskar übrigens wieder mal eine Rede auf Französisch gehalten. :) Kommt nicht oft vor, ab und zu mal jedoch schon. :)
Ganz cool. :)

^



Ach ja, was die Agenda 2010 angeht, so teile ich Ralph Boes' Prophezeitung … Nämlich die, dass diese eines Tages in sog. Hartz-IV-Gedenkstätten aufgearbeitet werden wird …


Kennst Du Oskars Sohn Carl-Maurice Lafontaine, Marsl? ;) :)

Hier seine FB-Seite:

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Hehe, Wahnsinn, verblüffend wie er Oskar wie aus dem Gesicht geschnitten ist, hehe. ;) :)

Das ist der ehemalige kleine Junge, den Oskar in den Tagen nach seinem Rücktritt im März 1999 auf der Terrasse seines Hauses demonstrativ auf seinen Schultern trug … ;)

Harald Schmidt sagte mal dazu, dass er (Schmidt) das für einen Fehler gehalten habe, weil Lafontaine damit der Presse das Tor öffnete, Bilder von seinem (Lafontaines) Sohn publizieren zu dürfen …

In Deutschland dürfen ja Kinder von Promis nicht ohne Weiteres fotografiert werden bzw. entsprechende Bilder dürfen nicht verbreitet werden … (Und falls doch, wird's teuer …)

Schon immer fragte ich mich, wieso es nicht auch eine entsprechende Regelung für Michael geben konnte; sprich: Fotoverbot für seine Kinder … Stattdessen dieses etwas alberne Versteckspiel mit den Masken, Teppichen, etc. … :-/
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Marcel

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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Di 22 Sep 2015 - 19:24

He, he, eine Rede auf Französisch. Auch nicht schlecht. Nur verstehe ich kein Wort. :)

Seinen Sohn kannte ich nicht. Auf seiner Seite verlinkt er den Focus?!?!? Auf Oskars Pfaden wandelt er also nicht.

In der BRD dürfen Prominente, glaube ich, eh nicht so einfach fotografiert werden, wenn sie privat unterwegs sind. Oliver Pocher ist da wohl auch ein ganz strenger, der dann gleich rechtlich gegen die Boulevardblätter vorgeht.

Sahra mit Bartsch, da bin ich auch gespannt. So wie es aussieht haben die "Reformer" doch die Oberhand. Mh, mit der Kipping wäre es besser? Ich weiß nicht...
Ihr "Mittelerde"-Zusammenschluss (!??) hat bereits versucht das Fraktionsduo "Wagenknatsch" zu verhindern. [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

Ha ha, du hast dir ein Autogramm geholt? Das MJ-Fan-sein prägt stark. ;) Ich habe auch eines. :)



Oskar Lafontaine zur Altkanzler-Biografie
"Schröder gehörte gern zu den oberen Zehntausend"
Moderation: Dieter Kassel
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Heute erscheint eine umfassende Biografie über Altkanzler Gerhard Schröder. Der frühere SPD-Vorsitzende und heutige Linken-Politiker Oskar Lafontaine sieht die Publikation kritisch. Schröders Nähe zur Industrie werde darin nicht genügend beleuchtet.

Das gesamte Gespräch: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]


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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Do 24 Sep 2015 - 9:05

Marcel schrieb:

Seinen Sohn kannte ich nicht. Auf seiner Seite verlinkt er den Focus?!?!? Auf Oskars Pfaden wandelt er also nicht.

Hehe, vielleicht ein Ausdruck von Rebellion gegen das Elternhaus? Hehe …

Mich würden mal die Hintergründe des Auseinanderfallens seiner Ehe mit Christa Müller sowie der anschließenden Beziehung mit Sahra Wagenknecht interessieren … So schnell werden wir darüber aber wohl nichts erfahren, hehe …

Es bleibt zu hoffen, dass Oskar Lafontaine sich die Trennung/Scheidung von Müller nicht leicht gemacht hat; schließlich war/ist da ja ein Kind im Spiel … Der eben besagte Carl-Maurice …


Marcel schrieb:
In der BRD dürfen Prominente, glaube ich, eh nicht so einfach fotografiert werden, wenn sie privat unterwegs sind. Oliver Pocher ist da wohl auch ein ganz strenger, der dann gleich rechtlich gegen die Boulevardblätter vorgeht.

Oh je … Oli Pocher … Ich war Anfang der 2000er ein wenig Fan von ihm … Mit Betonung auf 'ein wenig'! …

Seit er jedoch im Zuge von Schmidt und Pocher derart auf die Schnauze gefallen ist, ist er für mich tot …
Es war wohl ein Kardinalfehler seinerseits, es ernsthaft gemeinsam mit Harald Schmidt(!) auf einer Bühne zu versuchen … *lol* Die entsprechende Switch Reloaded-Parodie traf es exakt … :D ;)


Marcel schrieb:
Sahra mit Bartsch, da bin ich auch gespannt. So wie es aussieht haben die "Reformer" doch die Oberhand. Mh, mit der Kipping wäre es besser? Ich weiß nicht...
Ihr "Mittelerde"-Zusammenschluss (!??) hat bereits versucht das Fraktionsduo "Wagenknatsch" zu verhindern. [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

Hehe, Du bist nicht so begeistert von Kipping? Hmm … Na ja, ich jetzt vielleicht auch nicht sonderlich, dennoch finde ich, macht sie ihre Sache soweit ganz gut?

Hehe, das Duo "Wagenknatsch" (:D ;)) galt und gilt es aber wohl in der Tat zu verhindern, und zwar in Bezug auf Bartsch! ;) …

Ich kapiere nicht, wieso Bartsch derart nach vorne prescht … Für mich ist das ein Politiker, der in der zweiten Reihe definitiv besser aufgehoben ist …

Ich kapiere nicht, wieso Gysi nie ein Duo mit Wagenknecht wollte … Das hätte doch eigentlich prima funktioniert?

Stattdessen mobbt und disst und stichelt Gysi Wagenknecht laufend … Bis heute … Ich halte das in diesem Grad für nicht normal …
Mein Verdacht ist der, dass Gysi vermutlich selber was von Wagenknecht wollte … Und wohl nie verwunden hat, dass sie ihn abwies und sich Oskar schnappte … Genau seitdem hat Gysi ein Problem mit den beiden, sowohl einzeln als auch gemeinsam. …


Marcel schrieb:
Ha ha, du hast dir ein Autogramm geholt? Das MJ-Fan-sein prägt stark. ;) Ich habe auch eines. :)

Hehe, jepp! ;) :)


Marcel schrieb:
Oskar Lafontaine zur Altkanzler-Biografie
"Schröder gehörte gern zu den oberen Zehntausend"
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Heute erscheint eine umfassende Biografie über Altkanzler Gerhard Schröder. Der frühere SPD-Vorsitzende und heutige Linken-Politiker Oskar Lafontaine sieht die Publikation kritisch. Schröders Nähe zur Industrie werde darin nicht genügend beleuchtet.

Das gesamte Gespräch: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]


Hehe, na ja, es ist ja nicht Lafontaines Hauptaussage dieses Interviews, Schröder gehöre gerne zu den oberen Zehntausend …
Darüber hinaus – so sehr ich die meisten Angriffe Lafontaines auf Schröder teile – ist diese Vorhaltung Schröder gegenüber nicht gerade die treffendste …
Natürlich ist Schröder heute ein reicher Mann, aber Oskar Lafontaine ist es doch auch …
Beide sind soziale Aufsteiger, beide kommen aus sehr einfachen Verhältnissen …

So nicht ganz richtig ist zudem Lafontaines Behauptung, Schröder hätte sich bei ihm nie bedankt, durch seine, Lafontaines, Zustimmung Kanzlerkandidat und Kanzler geworden zu sein …
Schröder ist doch noch am Abend des 27. September 1998 auf die Bühne gegangen und hat Oskar Lafontaine klar und deutlich gedankt …
Es wäre aber wohl in der Tat besser und hilfreicher gewesen, es nicht nur bei leeren Dankesfloskeln von Seiten Schröders zu belassen, sondern den entsprechenden Dank und die Dankbarkeit so auch insbesondere in die anschließende gemeinsame Regierungsarbeit einfließen zu lassen …
Anstatt Lafontaine fortan massiv zu mobben / mobben zu lassen, bis Letzterer es nicht mehr aushielt und in der Tat hinwarf …


Dieses aktuelle Statement von Oskar Lafontaine bzgl. Schröder bzw. der neuen Biographie ist allerdings insgesamt dennoch extrem wertvoll, Oskar Lafontaine spricht deutlich offener zu dem Thema als bisher.

Was Oskar Lafontaine aber nicht ganz klar zu sein scheint, ist, dass man halt leider nicht unbedingt Kanzler oder Kanzlerin wird, um die Welt zu verbessern oder die Lage der sozial Schwachen …

Ein Kanzler ist kein Wohltäter, sondern in erster Linie Regierungschef und nicht der Chef einer karitativen Einrichtung …

Oskar Lafontaine wusste sicher, dass er, Lafontaine, es nicht lange durchhalten würde, Kanzler zu sein …

Wäre Oskar Lafontaine 1998 Kanzlerkandidat und Kanzler geworden, wäre er wahrscheinlich ähnlich schnell oder relativ schnell zurückgetreten wie seinerzeit als Finanzminister … Und es hätte wahrscheinlich viel schneller eine neue CDU-Regierung gegeben …

Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die Agenda 2010 nichts anderes als Schröders Rache am Wahlvolk für die ganzen bitter verlorenen Landtagswahlen war …

Schröder wurde im Grunde genommen fast seine gesamte Regierungszeit nur getreten, von Beginn an … Selbst die Tatsache, dass man in den ersten Monaten noch in der Tat das ursprüngliche SPD-Wahlprogramm umsetzte … Anfang 1999 ging ja dennoch die Hessen-Wahl verloren …


Etwas anders sehe ich zudem Lafontaines und des Interviewers Ansicht, Schröder wäre "kein dummer Mann" …

Ob Schröders gesamtes Gebaren wirklich von Intelligenz, Klugheit sowie besonderen Begabungen zeugt, würde ich mal dahingestellt sein lassen …

Ich halte Schröder für in erster Linie dreist und einen Kriminellen.
Ich teile auch Ralph Boes' zugespitzte Formulierung, dass Schröder für seine Agenda 2010 eigentlich nirgendwo anders hingehört als vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag …

Und was die Klugkeit anbetrifft: Man darf ja nicht vergessen, dass sein lustiger Auftritt in der Elefantenrunde 2005 wohl in der Tat Angela Merkels Kanzlerschaft abschließend gesichert hat – hierbei dürften diverse Beobachter Recht haben. (U.a. Friedrich Merz, Jürgen Trittin, etc.)

Merkel wäre nach dem für die CDU/CSU reichlich schwachen Bundestagswahlergebnis 2005 normalerweise binnen kürzester Zeit abgesägt worden … Man war aber angesichts Schröders Auftritt in der Elefantenrunde offenbar gezwungen, sich wider Willen mit ihr zu solidarisieren …
Wohl u.a. genau deshalb ist Merkel Schröder bis heute dafür dankbar und wird sich bei ihm, sofern noch nicht geschehen, eines Tages bei ihm dafür bedanken … Wohl u.a. auch deshalb hatte sie kein Problem damit, seine Biographie vorzustellen … (!! …)
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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Mi 30 Sep 2015 - 19:23

Pocher war nie mein Fall. Einzig seine Parodien fand ich teilweise ganz gut, wie etwas die von Barth.

Oskar und Sahra sind ein schönes Pärchen, finde ich.

Kipping zählt auch nicht zu den Linken in der Linken. ;) Zwar auch nicht zu den Reformern, aber eben zu ihrem Mittelerdekreis. ;) Sie setzt sich für das bedingungslose Grundeinkommen (wovon die Konzerne am meisten profitieren, nicht umsonst setzt sich beispielsweise Götz Werner dafür ein) ein, anstatt für eine grundsätzliche Veränderung der Verhältnisse.

Bartsch möchte wohl Macht und nicht die zweite Reihe. Und Gysi ist Reformer und steht damit entgegengesetzt zu Sahra. Gysi möchte die Linke an die Macht führen und sieht in Oskar und Sahra einen Hinderungsgrund, denn diese beiden (und andere in der Partei) bleiben bei ihren Grundprinzipien und opfern diese nicht, um an die Regierung zu kommen.

Ja, beide verdienen gut, sowohl Schröder wie auch Oskar. Oskars Aussage verstehe ich so, dass es Schröder nur um Macht/Vermögen ging/geht und nicht um politische Inhalte/Grundsätze. Für Schröder war die Politik nur ein Mittel um zu den oberen Zehntausend zu gelangen.

Ja, ich finde auch, dass Oskar sich hier offener äußert als früher.

Arni schrieb:
Was Oskar Lafontaine aber nicht ganz klar zu sein scheint, ist, dass man halt leider nicht unbedingt Kanzler oder Kanzlerin wird, um die Welt zu verbessern oder die Lage der sozial Schwachen …

Ein Kanzler ist kein Wohltäter, sondern in erster Linie Regierungschef und nicht der Chef einer karitativen Einrichtung …


Ich sehe das dann aber auch so wie Oskar. Wenn man das Land, die Welt nicht verbessern will und ebensowenig den Schwachen helfen möchte, sollte man sich gar nicht erst als Kanzler bewerben. Was ich natürlich auch sehe, dass man mit so einem Ziel ordentlich Gegendwind von den Machthabern und deren Lakeien bekommt. Man könnte auch fragen, ob man solch ein Ziel überhaupt über Wahlen und Politik erreichen kann.

Arni schrieb:
wäre er wahrscheinlich ähnlich schnell oder relativ schnell zurückgetreten wie seinerzeit als Finanzminister … Und es hätte wahrscheinlich viel schneller eine neue CDU-Regierung gegeben …
Dann wäre der BRD und Europa zumindest Hartz IV erspart geblieben. So konnten die Grünen und die SPD den größten Sozialkahlschlag durchführen, ebenso den Angriffskrieg der Bundeswehr.

Dass Landtagswahlen für die Regierungspartei im Bund verloren gehen, ist nun nicht so ungewöhnlich oder Arni? :)

Zitat :
Ich teile auch Ralph Boes' zugespitzte Formulierung, dass Schröder für seine Agenda 2010 eigentlich nirgendwo anders hingehört als vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag …
Dass der Angriffskrieg gegen Jugslawien völkerrechtswidrig war, hat Schröder mittlerweile selbst eingeräumt. Gibt es Konsequenzen?

Ein interessanter Gedanken bezüglich der Elefantenrunde, Arni.


Hast du das hier mitbekommen?
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Ist insoweit allerdings mit Vorsicht zu geniessen, da die Behauptungen von einem Springermedium stammen.


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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Fr 4 Nov 2016 - 21:40

Im folgenden geht es nicht um Oskar, ich habe aber keinen passenderen Beitrag gefunden. ;)


Über die Grünen und die LINKE:


Geschmeidig machen für Krieg


Was ist für Die Linke in einem Bündnis mit SPD und Grünen zu erwarten? Der Zusammenhang von sozialer Frage und Friedenspolitik


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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Fr 4 Nov 2016 - 21:45

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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Do 2 Feb 2017 - 1:42

Huhu Marcel :),


Oskar hat wieder einmal eine bahnbrechende, erdbebenartige Rede gehalten, dass die Wände wackeln …

Absolut gigantisch …

^




Ich musste vorhin nochmal kurz nachschlagen, wie alt Oskar eigentlich nochmal genau ist …

Er hat mit seinem biologischen Alter wohl rein gar nichts zu tun.

Er sieht fantastisch aus, ist topfit, strotzt vor Kraft und Tatendrang. Ich gönne es ihm sehr.

Ich glaube, das hat u.a. in der Tat – wie Du auch mal schriebst – mit den Radltouren zu tun, die er mit Sahra unternimmt. ;) :)

Oskar ist ja ein weiteres bzw. drittes Mal Spitzenkandidat für die Linke bei der kommenden Landtagswahl im Saarland, in wenigen Wochen …

Bei den beiden Malen davor erzielte die Linke dort ca. 24 bzw. 16 Prozent.

Bin gespannt, wie viel es diesmal werden wird. :)

Ob Oskar tatsächlich noch eine weitere, volle Legislaturperiode als Landtagsabgeordneter sowie Fraktionsvorsitzender machen wird? Er kam mir im saarländischen Landtag in den letzten Jahren ein wenig müde und genervt vor … Fast so, als würde er lieber im Bundestag sitzen … Wäre wohl in der Tat besser gewesen, aber angesichts der Leute wie Gysi oder Bartsch … Die tragen wohl die Hauptschuld daran, dass er nicht im Bundestag sprechen kann … :-/
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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Di 21 März 2017 - 23:44

Im Fahrstuhl mit … Oskar Lafontaine (Die Linke) …




Geiles Interview! :D ;) …

Oskar, der Fahrstuhl-Hengst! :D ;) (0:04–0:08)

Geil aber auch die Sequenz: 0:58–1:10 – LOL! :D ;) …
– Samstagmorgen, 9 Uhr, Ihr Telefon klingelt, wer ist dran?
– Antwort Oskar Lafontaine: Wahrscheinlich einer meiner Söhne.
– Was will er?
– "Antwort" Oskar Lafontaine: Irgendwas mit mir besprechen. (LOL! :D ;) (Alternativantwort wäre auch gewesen: "Mit mir telefonieren." LOOOL :D ;) … Anm.)

Das ist so ähnlich wie der eine Witz:
Ruft 'ne Frau mitten in der Nacht beim Arzt an … Der Arzt geht schlaftrunken ans Telefon …
Die Frau fragt: Ist das hier die Nummer 506580?
Der Arzt: Nein, 506570 …
Die Frau: Oh, Verzeihung, dass ich Sie aufgeweckt hab'!
Der Arzt: Macht nichts, ich musste sowieso aufstehen, weil das Telefon geklingelt hat … :D ;) …

;)
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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Fr 28 Apr 2017 - 9:07

Macron stärkt Le Pen

Dilemma in Frankreich

Von Oskar Lafontaine


Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich stehen mit Marine Le Pen und Emmanuel Macron, der unter Präsident François Hollande Wirtschaftsminister war, nun eine Rechtsextremistin und ein Vertreter des Systems, das das Aufkommen der Rechten in ganz Europa verursacht hat, im zweiten Wahlgang. Denn der Aufstieg des Front National in Frankreich hat seine Ursache im Versagen des Parti Socialiste (PS). »Wenn die Linke die Arbeiterklasse verneint, dann sucht diese sich einen neuen Repräsentanten«, hat der französische Soziologe Didier Eribon gesagt. »Politiker wie Macron haben Le Pen stark gemacht«, meint nicht nur Eribon, sondern auch der französische Schriftsteller Édouard Louis. »Sie gaben sich als Linke und haben lupenrein rechte Politik gemacht, die Banken unterstützt, das Parlament geschwächt.« Für Louis ist Marine Le Pen »in erster Linie das Produkt des Ekels vor dieser konservativen Linken«. Insofern ist es nicht überraschend, dass Marine Le Pen am Sonntag mit 21,5 Prozent auf dem zweiten Platz landete.

Umso ermutigender ist deshalb das außergewöhnliche Ergebnis Jean-Luc Mélenchons. Er landete mit einem grandiosen Wahlkampf mit 19,6 Prozent nur knapp hinter dem Konservativen François Fillon und deutlich vor dem Kandidaten des PS, Benoît Hamon. Von Marine Le Pen trennen ihn gerade 1,9 Prozent. Hätte sich die PS in den vergangenen Tagen dazu entschlossen, Mélenchon zu unterstützen, wäre Le Pen nicht in den zweiten Wahlgang gekommen. Weder Macron noch Fillon und schon gar nicht Le Pen – nur Mélenchon steht für einen grundlegenden politischen Wechsel und eine Politik, die wieder die Mehrheit der Erwerbstätigen, der Arbeitslosen und Rentner in den Blick nimmt und ein demokratisches und soziales Europa will. Er hat die Notwendigkeit einer neuen Wirtschafts- und Währungsordnung in Europa erkannt, die allen Ländern eine faire Chance lässt. Der durch Währungs- und Lohndumping begünstigte deutsche Exportnationalismus zerstört den europäischen Zusammenhalt.

Ganz im Gegensatz dazu der smarte Rothschild-Banker Macron. Er steht für eine Fortsetzung der Austeritätspolitik, für einen weiteren Abbau des Arbeitsrechts, für eine weitere Kürzung sozialer Leistungen und für eine Unterstützung der Interessen von Banken und Konzernen. Kein Wunder, dass er in Deutschland von den neoliberalen Einheitsparteien CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen unterstützt wird.

Zur Stichwahl sagte der Sprecher Mélenchons: »Wir bedauern, dass wir uns nun hinter eine neoliberale Politik stellen sollen, die Frankreich und Europa ausbluten lässt.« Der Nationalismus Le Pens lässt die Geister wiederaufleben, die Europa nur Krieg und Unglück gebracht haben. Die Fortsetzung der bisherigen Politik durch einen Präsidenten Macron wird den Front National weiter stärken und den europäischen Zusammenhalt weiter schwächen.


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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Sa 3 Jun 2017 - 22:37

Hier eine Rede von Oskars Frau :)

„Sie machen die Autobahn zur Melk-Kuh für private Profite“. Eine aufklärende Rede von Sahra Wagenknecht.


„Hören Sie auf, die Leute zu belügen.“ Diese Aufforderung in ihrer [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] ist berechtigt. Wir werden gerade massiv getäuscht. Weil Wagenknecht darüber offen redet, kommt Unruhe im Deutschen Bundestag auf. Siehe dazu auch das Protokoll des Deutschen Bundestags mit unterirdischen Zwischenrufen, [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]. – Diese Rede ist ein Lehrstück.
 
 

 
 
 
Wir lernen viel über den Zustand unserer Demokratie und über die Gefahren, die unserem Land drohen – durch die Öffnung des Grundgesetzes für die Privatisierung der Autobahnen wie übrigens auch der Schulen. Wir lernen, wie unsere Länder und Gemeinden vom Bund gekauft werden. Sahra Wagenknecht klärt darüber auf, um was es bei dem aktuellen Coup geht:
Zitat :
„Es geht Ihnen gar nicht um eine bessere Infrastruktur und mehr Investitionen. Es geht bei der Autobahnprivatisierung darum, Banken, Versicherungen und anderen Großanlegern lukrative und zugleich risikofreie Anlagemöglichkeiten zu verschaffen. Das lässt nur einen Schluss zu: Die Renditewünsche der Allianz und anderer Finanzkonzerne sind Ihnen wichtiger als die Interessen der Bürgerinnen und Bürger.“
 
Die Rede von Sahra Wagenknecht ist gerade mal 16 Minuten lang und enthält viel mehr an Analyse und Gedanken, als das Thema Autobahn alleine hergibt. Deshalb die Empfehlung, dieses Stück anzuschauen, es weiterzuleiten und vielleicht sogar ihre Freunde und Nachbarn einzuladen, um über diesen Vorgang zu sprechen. Er betrifft wirklich unsere Zukunft.
 
 
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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Sa 3 Jun 2017 - 23:16

Huhu Marsl :),


Deine Einschätzung rund um das Thema Bundestagswahl 2017? ;)

Ich würde sagen: Merkel bleibt selbstverständlich Kanzlerin, und man ist ja mittlerweile so weit, das sogar als politischer Gegner gutzuheißen, lol …

Die SPD kann im Grunde genommen bereits jetzt anfangen, zu analysieren, warum es wiederum nicht geklappt hat, lol …

Diese Partei sollte wohl langsam begreifen, dass sie schlichtweg nicht "kanzlerabel" ist … ;)

AfD sowie FDP dürften wohl drin sein …

Und auch wenn ich Lindner politisch aufs Schärfste bekämpfe, ist mir dennoch klar, was für ein politisches und rhetorisches und auch wissenstechnisches Ausnahmetalent er (leider) ist … Ich verfolge ihn bereits seit 2009, d.h. seit er Generalsekretär unter Westerwelle wurde … und lernte und lerne einiges von ihm … ;)
Gleichzeitig macht es aber auch durchaus Freude, ihn immer wieder mal bei rhetorischen Fauxpas zu erwischen, hehe. ;)

Nicht ganz auszuschließen scheint, dass es diesmal womöglich die Grünen erwischen könnte? :D ;) … Das wäre ja ein Ding, lol … Die Grünen fliegen aus dem Bundestag, lol …
Aber seit Trittin kaum noch wahrnehmbar ist, geht es der gesamten Fraktion ähnlich …


Und Gabriel denkt sich wohl, er habe alles richtig gemacht? :D ;) Schulz, oder wie die Titanic ihn nennt: Chulz (:D ;)), komplett verbraten lassen, und selber ein schönes Leben als Außenminister führen und sich schön weiter profilieren …
Ich vermute, Gabriel schielt auf 2021? ;) …
Dieses Kalkül funktionierte aber bereits bei Steinmeier 2009 entsprechend nicht, oder?

Ich vermute, die SPD wird auf absehbare Zeit wohl niemals den Kanzler stellen … Da müssten der Union schon ganz gravierende Fehler unterlaufen à la Kohls Spendenaffäre o.ä., oder Merkel müsste extrem in die Schusslinie geraten, was sie aber bislang meist geschickt verhinderte … ;)

Ich vermute, auch nach 2017 wird es wiederum eine große Koalition geben? Gabriel dürfte weiterhin Außenminister bleiben wollen, um dann aus dieser Position 2021 als Kanzlerkandidat anzugreifen.
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Marcel

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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Mi 7 Jun 2017 - 23:22

Hallo Arno,

ja, ja die Bundestagswahl. Damit werden wir uns wohl auch noch befassen. :)

Aber noch aktueller und diesmal wohl auch viel spannender dürfte die Wahl in Großbritannien werden. Da ist ja mächtig was los. :)
Hoffentlich schafft Jeremy Corbyn das nicht für möglich gehaltene. :)
Er muss quasi gegen alles und jeden "kämpfen". Die Medien, die Konzerne ... selbst gegen das Establishment der eigenen Partei. Bisher meistert er es famos.


Corbyn startet durch

Großbritannien vor der Wahl: Sozialdemokraten holen in Umfragen immer weiter auf. Konservative wegen Kürzungen bei der Polizei unter Druck

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lachen2

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Auf Platz eins der britischen »I-Tunes-Charts« und Platz vier der allgemeinen Charts findet sich in diesen Tagen das Lied »Liar Liar« der Ska-Kombo »Captain Ska«. Dieses auf Youtube mehr als zwei Millionen Mal angeklickte Lied listet die Verbrechen der konservativen Regierung im Detail auf und endet mit der Aufforderung: »Am 8. Juni – Tories raus!«
Bei den Rundfunkstationen des britischen Staatssenders BBC darf das Lied nicht gespielt werden. Die offizielle Begründung: Das Lied sei zu »parteiisch« und für Wahlkampfzeiten nicht geeignet. Unter Jugendlichen verstärkte diese Entscheidung den Eindruck, dass man bei der BBC auf einen Wahlsieg der Konservativen hinarbeitet und oppositionelle Stimmen zum Schweigen bringen will.



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Ein Blick nach Großbritannien zeigt der SPD, wie (nicht nur) Wahlkampf geht

30. Mai 2017
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Als Großbritanniens Ministerpräsidentin May Mitte April Neuwahlen ausrief, stellte niemand ernsthaft in Frage, dass die konservativen Tories die Wahlen deutlich gewinnen würden. Mit einem damaligen [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] vor Labour war alles andere als ein Erdrutschsieg kaum vorstellbar. Doch es kam anders. Von den 25 Punkten Vorsprung sind in gerade einmal sechs Wochen bis heute 20 Punkte aufgezehrt. Projektionen, basierend auf den aktuellen Umfragen, deuten sogar darauf hin, dass die Tories ihre Mehrheit im Unterhaus verlieren. Der linke, von den Medien gehasste Labour-Chef Jeremy Corbyn hat bereits jetzt geschafft, was ihm kaum wer zugetraut hat und könnte in anderthalb Wochen sogar für eine Sensation sorgen. Dagegen wirkt der SPD-Kandidat Schulz noch blasser als er ohnehin schon ist. So kann es gehen, wenn man die Verpackung mit dem Inhalt verwechselt und denkt, der Wähler sei zu dumm, dies zu bemerken. Von Jens Berger.
Mehr dazu: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]


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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Fr 9 Jun 2017 - 15:37

Glückwunsch Jeremy. Fleur 
Bei diesem massiven Gegenwind schon ein beachtliches Ergebnis.




Jez, he did! Die Ära der Alternativlosigkeit ist vorbei



Damit haben wohl nur eingefleischte Optimisten gerechnet – nach einer desaströsen Wahl müssen sich die britischen Konservativen einen Koalitionspartner suchen und gehen nicht gestärkt, sondern massiv geschwächt in die Brexit-Verhandlungen. Der große Sieger der Wahl ist Jeremy Corbyn, auch wenn Labour trotz sensationeller 40% nur als zweistärkste Kraft ins Unterhaus einzieht. Setzt man dieses Ergebnis in den passenden Kontext, wird jedoch schnell klar, dass diese Wahl eine Zeitenwende darstellt. Plötzlich zeigt sich, dass es sehr wohl Alternativen zum neoliberalen Einheitsbrei gibt. Wir sollten Corbyn die Hand reichen und uns aus unserer Duldungsstarre befreien.
Von Jens Berger.

Zum Artikel geht es hierlang: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

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Was wir von Jeremy Corbyn lernen können


Der Wahlerfolg von Jeremy Corbyn strahlt weit über Großbritannien hinaus. Unter seiner Führung konnte Labour zehn Punkte gewinnen und damit sensationelle 40% der Wähler für sich begeistern – und damit die kontinentale Sozialdemokratie hinter sich lassen. Da lohnt sich ein Vergleich mit den aktuellen Umfragen und Wahlergebnissen anderer sozialdemokratischer Parteien: SPD: 23%, PSOE (Spanien): 22,6%, SPÖ (Österreich): 26%, PS (Frankreich): 10%, PvdA (Niederlande): 5,7%. Während uns hier die linksliberalen Intellektuellen erzählen, es könnten heute nur noch rechte Wahlsiege verhindert werden, wenn man wirtschaftspolitisch in die Mitte und gegenüber Migranten und Muslimen nach rechts rückt, vollzog Corbyn – von ihnen ganz im Gegensatz zu Macron totgeschwiegen – das Gegenteil. Mit Erfolg.
Von Lukas Oberndorfer[[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]].


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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Mo 19 Jun 2017 - 22:33

Spiegel-Hetze – Eine Kolumne von Oskar Lafontaine


Unter der Überschrift „Von Moskau lernen“ versucht der „Spiegel“, DIE LINKE als verlängerten Arm Putins in der Bundesrepublik darzustellen. Und das geht so:
Zitat :
„Erst wurden mit überwältigender Mehrheit alle Parteitagsanträge abgeschmettert, die Russland in eine Reihe mit diktatorischen Regimen wie Saudi-Arabien oder Iran stellen wollten.“
Na sowas. Aber vielleicht weiß auch der „Spiegel“, dass in Russland die Leute nicht geköpft oder ausgepeitscht werden und die Frauen Autofahren dürfen. Und dass Russland wie der Iran ein theokratisch-autoritäres Regime mit der Herrschaft der orthodoxen Kirche wäre, ist bis auch noch niemandem aufgefallen.
Über einen Redebeitrag Hans Modrows schreibt der „Spiegel“ „Putins PR-Arbeiter hätten das nicht besser formulieren können“. Hatte Modrow es doch gewagt zu sagen:
Zitat :
„Die Nato und die EU betreiben seit Jahren die Einkreisung Russlands… Sanktionen, Manöver und die Stationierung westlicher Truppen verletzen Moskaus sicherheitspolitische Interessen.“
Vielleicht glaubt der „Spiegel“, dass Putin seine Tuppen an der mexikanischen oder kanadischen Grenze der USA stationiert hat? Sollte er tatsächlich nicht mitbekommen haben, dass zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche und Nato-Truppen an der russischen Grenze stationiert wurden?
„Es war wie in jenen alten Tages des SED-Regimes, als die Sowjetunion noch ein sozialistisches Brudervolk war“, heißt es weiter. Dazu fällt einem nur ein: Es ist wie in jenen alten Tagen, als ehemalige Nazi-Größen als Spiegel-Redakteure die Gräueltaten des Kommunismus geißelten.
„Die neue alte Freundschaft mit den Machthabern im Kreml… führt die Partei in die Isolation“, weiß der „Spiegel“. Kronzeugen: SPD-Generalsekretär Hubertus Heil und Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckhardt.
Man erinnert sich mit Wehmut daran, wie der „Spiegel“-Herausgeber Rudolf Augstein die Ost- und Entspannungspolitik Willy Brandts unterstützte. Die heutige Spiegel-Redaktion huldigt dem Neoliberalismus und gehört zu den größten Scharfmachern, wenn es darum geht, gegen Moskau und Putin zu hetzen.
Vor einiger Zeit sagte Michail Gorbatschow:
Zitat :
„Von einem Kalten Krieg geht die Nato zu den Vorbereitungen für einen heißen Krieg über. Sie sprechen nur über Verteidigung, aber im Grunde treffen sie Vorbereitungen für Angriffshandlungen.“
Vielleicht sollte die „Spiegel“-Redaktion, um wieder auf der Höhe der Zeit zu sein, mit ihm ein Gespräch führen.

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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Do 22 Jun 2017 - 8:13

Kohl war ein guter Redner …
Linder ist leider ein verdammt guter Redner …

Nach wie vor kommt jedoch nichts an IHN heran …
Für mich ist er mit einigem Abstand der beste Rhetoriker aller Zeiten …
Oskar Lafontaine redet nicht … Oskar Lafontaine schlägt seinen politischen Gegner geradezu zusammen, seine Reden hinterlassen verbrannte Erde …

Und wenn es dem Land in den 90ern vergleichsweise besser ging als heute, dann wird so gut wie nie mehr ein bestimmter wichtiger Zusammenhang hergestellt …

Dem Land ging es unter Kohl vergleichsweise relativ gut, weil CDU/CSU/FDP seinerzeit unter der Kontrolle einer starken Lafontaine-SPD standen …
Bis die SPD ab 1999, nach Oskars Rauswurf, damit begann, dieselbe neoliberale Politik zu machen …

Hier, Marsl, Oskar Lafontaine mal wieder in absoluter Topform, absolut bahnbrechend …
Reden ist bei ihm oft die falsche Vokabel …
Oskar Lafontaine redet nicht; Oskar Lafontaine SCHIESST, schlägt seinen Gegner geradezu zusammen …

Wenn Heiner Geissler (zu Recht!) einmal über Herbert Wehner sagte, Letzterer sei die größte parlamentarische Haubitze aller Zeiten gewesen, dann würde ich das in Bezug auf Oskar Lafontaine insoweit umformulieren wollen, als Oskar Lafontaine  g e n e r e l l  die größte  r h e t o r i s c h e  Haubitze aller Zeiten ist! :)

Enjoy … :)



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BeitragThema: Re: DER OSKAR - Thread ... :)   Fr 23 Jun 2017 - 10:27

Nicht erst seit den 90ern ging es bergab. :)

Ja, danke für die tolle Oskar-Rede. Er fehlt bundespolitisch.

Zitat :
Für mich ist er mit einigem Abstand der beste Rhetoriker aller Zeiten …

In deutschsprachigen Bereich, meinst du. :)


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DER OSKAR - Thread ... :)
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