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 Die Kayapó Ureinwohner des Amazonas

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Zoey
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BeitragThema: Die Kayapó Ureinwohner des Amazonas   So 22 Dez 2013 - 11:24

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/brasiliens-kayapo-ureinwohner-die-hueter-des-amazonas-a-940007.html

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Martin Schoeller / NATIONAL GEOGRAPHIC
Die Kayapó leben tief im Urwald Brasiliens - und wissen, wie sie ihr Land und ihre Kultur verteidigen. Sie haben Farmer und Goldschürfer vertrieben und den Bau eines Staudamms verhindert. Nun kämpfen sie aufs Neue gegen Eindringlinge.
Das Propellerflugzeug schraubt sich durch den dichten Rauch, der von den Waldbränden rund um die brasilianische Dschungelstadt Tucumã aufsteigt. Nach einer halben Stunde Richtung Süden und Westen überqueren wir den gewundenen Lauf des schlammbraunen Rio Branco - und plötzlich ist der Qualm verschwunden. Unter uns liegen keine achtlos gerodeten und mit weißen Rindern gepunkteten Weiden mehr, nur noch unwegsamer, in Nebel gehüllter Urwald. Wir blicken auf das Land des Kayapó-Volkes: fünf zusammenhängende Gebiete mit festgelegten Grenzen, insgesamt so groß wie die fünf neuen Bundesländer in Deutschland.


In dem Reservat - es ist eines der größten unter Schutz stehenden Regenwaldgebiete der Welt - leben 9000 Ureinwohner, die zumeist weder lesen noch schreiben können. Sie betreiben vorwiegend Subsistenzwirtschaft, ihre 44 Dörfer sind durch Wasserwege und nahezu unsichtbare Pfade verbunden. Unser Team von "National Geographic" will zu einem der entlegensten Dörfer namens Kendjam.
Derzeit leben 187 Menschen in dem Dorf, das urtümlich erscheint, aber doch über Neuerungen verfügt, die manch einen Vorfahren von Pukatire zum Staunen gebracht hätten. Sie haben sich als sehr geschickt darin erwiesen, Technologien und Praktiken der modernen Welt - von Gewehren über motorgetriebene Aluminiumboote bis zu Facebook-Accounts - zu übernehmen, ohne den Kern ihrer Kultur zu gefährden. Das Interesse an traditioneller Kleidung, Perlenschmuck und alten Riten ist in Kendjam noch immer groß - aber es ist nicht mehr überall vorhanden, und der Druck der Außenwelt ist gewaltig.
Im vergangenen Juni bekräftigten 400 Kayapó-Häuptlinge bei einem Treffen in dem Dorf Kokraimoro ihren Widerstand gegen eine ganze Flut von Dekreten, Vorschriften, Gesetzesentwürfen und Verfassungszusätzen, die ihnen die Herrschaft über ihr Land entziehen und verhindern würden, dass sie oder irgendeine andere indigene Gruppe ihr Territorium erweitern könnten. Diese Maßnahmen werden als Teil einer Kampagne gesehen, um Bergbau, Holzeinschlag und Landwirtschaft auf Kayapó-Land zu ermöglichen und die in der brasilianischen Verfassung garantierten Rechte der Indigenen auszuhebeln. Von den vielen Facetten dieses politischen Kampfes ist dies derzeit die bedrohlichste: das Kararaô-Projekt. Eigentlich glaubten die Kayapó, es vor zwei Jahrzehnten gestoppt zu haben, doch nun ist es unter einem neuen Namen als Staudammprojekt Belo Monte wiederauferstanden.
"Unser Fluss steht nicht zum Verkauf"
Die Anlage mit Kanälen, Speicherbecken, Deichen und zwei Staudämmen liegt etwa 500 Kilometer nördlich von Kendjam am Rio Xingu, wo der Fluss eine gewaltige Schleife, die Volta Grande, durchläuft. Das Werk soll eine Spitzenleistung von 11.233 Megawatt produzieren und 2015 ans Netz gehen. Belo Monte hat das Land gespalten. Seine Unterstützer verteidigen das Projekt als Lieferant dringend benötigter elektrischer Energie, Naturschützer kritisieren es als ein Desaster nicht nur für die Umwelt, sondern auch in sozialer und finanzieller Hinsicht.
Am Morgen, bevor die wichtigen Häuptlinge in Kendjam ankommen, veranstalten zwei Dutzend Frauen der Kayapó so etwas wie eine Generalprobe: Singend, mit blanken Brüsten und vielerlei Perlen geschmückt ziehen sie rund um den Dorfplatz. Gegen vier Uhr nachmittags lockt das Geräusch eines Flugzeugs die Zuschauer zur Landepiste.


Ropni und Mekaron-Ti klettern mit einem dritten Dorfchef aus dem Süden namens Yte-i heraus. Ropni ist einer von fünf älteren Kayapó, die immer noch den Lippenteller tragen: eine Mahagonischeibe von der Größe eines kleinen Pfannkuchens, der die Unterlippe dehnt. An jenem Abend richtet er im Männerhaus das Wort an die Bewohner von Kendjam. Er gestikuliert mit seinen Händen und stößt immer wieder seinen hölzernen Kriegsknüppel auf den Boden: "Mir gefällt es nicht, wenn Kayapó die weiße Kultur nachahmen. Ich mag keine Goldschürfer. Ich mag keine Holzfäller. Ich mag diesen Staudamm nicht!"
Sechs Monate später treffen sich 26 Kayapó-Anführer in Tucumã und unterzeichnen einen Brief, in dem sie weitere Zahlungen des Wasserkraft-Konsortiums strikt ablehnen. "Wir, das Volk der Mebengôkre Kayapó, haben entschieden, dass wir keinen einzigen Centavo eures schmutzigen Geldes nehmen", schreiben sie. "Wir akzeptieren weder Belo Monte noch einen anderen Staudamm am Rio Xingu. Unser Fluss steht nicht zum Verkauf. Unser Fisch, der unsere Nahrung ist, steht nicht zum Verkauf. Das Glück unserer Enkelkinder steht nicht zum Verkauf. Wir werden unseren Kampf nicht aufgeben. (...) Der Xingu ist unsere Heimat, und ihr seid hier nicht willkommen."
Gekürzte Fassung aus "National Geographic Deutschland", Ausgabe Januar 2014, www.nationalgeographic.de"


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BeitragThema: Re: Die Kayapó Ureinwohner des Amazonas   So 22 Dez 2013 - 23:26

Liebe Zoey vielen Dank für den Artikel!
Es ist wirklich traurig, wie man einfach wegschaut 
Wie und Wo! der Energie Standard auf Kosten Anderer gehalten werden soll und Konzerne nur an ihren Profit denken. Besonders im Namen des Klima-/Umweltschutzes....

Hier gibt es noch mehr Info (u.a. auch Belo Monte) und die Vollversion des Dokumentarfilmes "Climate Crimes".


http://riverwatch.eu/

http://www.freier-wald-ev.de/images/01_climateCrimes_posterDE.jpg


Hier Trailer und Vollversion des Dokumentarfilmes Climate crimes:

http://riverwatch.eu/climate-crimes/trailer-vollversion

Aber wir müssen gar nicht so weit gehen...

Auch in Deutschland will man jetzt Windparks in Wälder bauen, auch hier wird damit die Umwelt massiv vernichtet.
Waldbesitzer kassieren bis zu 50.000 EUR pro Jahr nur mit dem Aufstellen von einer Windkraftanlage  (dank EEG garantiert 20 für Jahre) Sie bestücken Wälder dann mit bis zu 50 Anlagen. 6500 qm adulte Bäume werden für das Aufstellen pro Anlage gerodet! Das bedeutet in den nächsten Jahren Hunderttausende qm Wald!
Allein in meiner Umgebung gibt dafür derzeit 18 Anträge von Waldbesitzern. 

Umweltgutachten werden gefälscht, Brutplätze von geschützten Vogel- und Fledermaus Arten vernichtet. Ganz zu schweigen von den Millionen Fledermäusen, die heute schon täglich in Deutschland von Windkraftanlagen geschreddert werden. Was das für unser Ökosystem bedeutet wird sich bald zeigen. Wenn die Nahrungsketten vernichtet werden, werden Insektenplagen (wie z.B. beim Eichenprozessionspinner) immer häufiger auftreten, was wiederum den Wald zerstört.

Ich wollte gar nicht so viel darüber schreiben aber ich beschäftige mich damit schon ein paar Jahre. Haltet selbst die Augen offen und informiert euch zu diesem Thema...

u.a. hier: http://www.vernunftkraft.de

Denn wir selbst müssten längst auf die Straße gehen, um unser eigenes Land so zu verteidigen, genau wie dieses Volk am Amazonas...


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